Nachhaltige alternativen für Prozesswasser

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Wirtschaft, Behörden und Wissensinstitute führen Studien zum Schließen des Wasserkreislaufes durch
Ein internationales und multisektorales Konsortium wird in den kommenden drei Jahren Untersuchungen bezüglich neuer Technologien zur Verbesserung der Prozesswasserreinigung und -wiederverwendung durchführen. Die betreffenden Organisationen, zu denen auch Evides Industriewater gehört, setzen sich dafür ein, die Nachhaltigkeit der Wasserversorgung von Großverbrauchern aus der Industrie weiter zu verbessern und zukunftssicher zu machen. Auch die Universität Gent und die zeeländische Firma Yara sind beteiligt.

Anfang 2016 haben elf Organisationen aus den Niederlanden und Flandern das Projekt ‘IMPROVED’ ins Leben gerufen: Integrale Mobiele PROceswatervoorziening Voor een Economische Delta (Integrale mobile Prozesswasserversorgung für ein ökonomisches Delta). Ziel dieses Projektes ist es, zu prüfen, welche alternativen Wasserquellen für die Bereitstellung von Prozess- und hochreinem Wasser eingesetzt werden können. Dies ist ein wichtiger Faktor, da häufig süßes Oberflächenwasser genutzt wird, das in der Provinz Zeeland ein rarer Rohstoff ist . Professor Arne Verliefde von der Universität Gent kann darüber eine Menge erzählen: “Das Zeeuwse Delta, das von Gent bis zum Hafen von Terneuzen reicht, ist ein Gebiet, das zunehmend versalzt. Das Meer dringt hier weit in das Land vor. Darüber hinaus wurde in der Vergangenheit relativ viel Süßwasser für die lokale Nutzung abgepumpt. Um diese Entnahme zu reduzieren, prüfen wir im Rahmen von IMPROVED, ob wir andere Wasserarten wie zum Beispiel Brackwasser oder industrielle oder kommunale Abwässer zu Prozesswasser aufbereiten und damit Wasserkreisläufe schließen können.” Ein gelungenes Beispiel für Letzteres ist die Kläranlage „De Drie Ambachten“ in Terneuzen, wo Abwasserverband, Evides und Wirtschaftsunternehmen ihre Kräfte gebündelt haben und aus gereinigtem Abwasser Prozesswasser produzieren.


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Bündelung von Kenntnissen
Im Rahmen der Untersuchung nutzen die Partner eine mobile Prozesswassereinheit. Damit testen sie welchen Einfluss Wasser verschiedenen Ursprungs auf Produktionsprozesse industrieller Wasserverbraucher wie zum Beispiel DOW, Yara oder BASF haben. Das bedeutet, dass sowohl die Wasserreinigung als auch der Einfluss der Prozesswasserqualität beispielsweise auf Kühltürme, Wasserspeicher und Hydrocracker simuliert werden können. Die mobile Anlage wird im Jahr 2016 gebaut, um in den darauf folgenden Jahren an verschiedenen Standorten eingesetzt werden zu können. Der vollständige Untersuchungsverlauf wird drei Jahre in Anspruch nehmen. IMPROVED ist eine grenzüberschreitende Initiative, in deren Rahmen Wirtschaftsunternehmen und Wissensinstitute eng zusammenarbeiten. Professor Verliefde beurteilt diese öffentlich-private Partnerschaft als äußerst wichtig: “Unternehmen können in einer ökonomischen Umgebung unmöglich über alle benötigten Kenntnisse verfügen. Es bedarf also der Zusammenarbeit, und das tun Unternehmen am liebsten mit Partnern, denen sie vertrauen. Wissensinstitute profitieren ebenfalls davon, da sie so eine ehrliche Rückmeldung zu den von ihnen entwickelten Technologien erhalten. Was geht und was geht nicht? Theorie und Praxis gehen Hand in Hand und sorgen für einen schnelleren Durchsatz der technischen Innovation.”

Regionales Interesse
Yara ist eines der seeländischen Unternehmen, die sich an IMPROVED beteiligen. Gijsbrecht Gunter, PR, erläutert, warum Yara sich in diesem Projekt engagiert: “Ein ausreichendes Angebot an Süßwasser ist eine internationale Herausforderung, für die wir uns aktiv einsetzen möchten. Dies stellt einen der strategischen Pfeiler im Rahmen der Vision und des Auftrags unseres Unternehmens dar, das weltweiter Marktführer im Bereich Kunstdünger und stickstoffhaltige Chemikalien ist. Die Landwirtschaft nutzt derzeit 70% des verfügbaren Süßwassers für die Produktion von Nahrungsmitteln. Yara arbeitet an Lösungsmöglichkeiten, um den Waterfootprint der Landwirtschaft zu verbessern. Darüber hinaus streben wir für unsere eigenen Produktionsprozesse eine Verbesserung der Wasserbilanz an. Und neue Technologien können uns dabei helfen.” Die norwegische Firma Yara ist bereit, in nachhaltige Projekte mit einer praktischen Anwendbarkeit zu investieren. Dabei hält das Unternehmen das Interesse für die Region genau im Auge. “Wir sind der Ansicht, dass es für Zeeland von wesentlicher Bedeutung ist, mit der angesiedelten Prozessindustrie einen Übergang in eine nachhaltige Zukunft zu gestalten. Die Betriebe haben sich dafür ausgesprochen, dies gemeinsam mit allen Interessenvertretern zu realisieren. Wenn Zeeland und die benachbarten Regionen diesem Ziel gemeinsam und konkret Gestalt verleihen könnten, bin ich davon überzeugt, dass die Prozessindustrie in diesem Gebiet heute und in Zukunft ein Existenzrecht hat und einen Beitrag zum gesellschaftlichen Wohlergehen leisten wird.”

Bessere Erkenntnisse über Wasseraufbereitung
IMPROVED leistet einen Beitrag zu einer nachhaltigen Aufbereitung von Wasser, einem knappen Rohstoff. Für BASF, neben Yara und der Universität Gent einer der Partner von IMPROVED, ist die effiziente Wassernutzung einer der Schwerpunkte der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Steven Meul, Prozessmanager Central Tankfarm & Utilities bei BASF Antwerpen N.V., erläutert: “IMPROVED hilft uns dabei, die optimalen Aufbereitungsstrategien aufzuzeigen, um die korrekten Wasserqualitäten für unsere Anwendungen zu erzielen. Darüber hinaus hoffen wir, dass wir bei diesem Projekt einige Restwasserströme im Hinblick auf die Wiederverwendung in unseren Produktionsprozessen testen können.” IMPROVED ist für BASF ein Erfolg, wenn die Infrastruktur zu besseren Erkenntnissen bei der Wasserbehandlung führt. Und zwar sowohl innerhalb der eigenen Organisation als auch bei den übrigen Partnern. Meul: “Wir bündeln unsere Kräfte, um zu untersuchen, was genau benötigt wird, um eine neue Technologie auch in der Praxis einsetzbar zu machen.”

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Evides Industriewater, der Innovator.